Niederlage in Hausen
(Quelle : anpfiff.info)

"Lada" nach dem grottigsten Spiel der Saison

Im Abstiegskampf sind die Partien gegen die direkten Konkurrenten besonders wichtig. Umso ärgerlicher war für "Lada" die Niederlage gegen die Spvgg Hausen am 1. Mai. Vor dem Interview mit anpfiff.info bat Spielertrainer Michael Taschner um zehn Minuten Verzögerung, weil er erst wieder runterkommen wollte. „Das Ergebnis haben wir uns redlich verdient. Wir haben in keinster Weise abrufen können, was wir uns vorgenommen haben", so der Trainer. „Ich hätte mir zumindest einen Punkt gewünscht, um den Abstand auf Hausen zu wahren. Durch die Niederlage sind wir wieder voll in den Sumpf reingerutscht." Dabei führte Dürrbrunn sogar mit 1:0 in einer kurzen guten Phase, fiel danach jedoch in eine Lethargie. So konnte Hausen die Partie drehen. „Ob verdient oder nicht, der Gegner hat auf jeden Fall die nötigen Prozent auf den Platz gebracht, die man im Abstiegskampf benötigt. Aus meiner Sicht war das das grottigste Spiel der gesamten Saison."

Vielleicht lag es daran, dass die SpVgg Dürrbrunn ein wenig favorisiert in die Partie ging. Immerhin war "Lada" sechs Zähler vor Hausen, jetzt sind es nur noch drei statt der angestrebten neun Punkte. „Meine Jungs tun sich einfacher, wenn eine gestandene Mannschaft kommt und wir der Außenseiter sind. Dann wissen sie, dass sie sich anstrengen müssen. Wenn wir das Spiel machen müssen, tun wir uns immer schwerer. Wir haben gute Einzelspieler drin, die auch eine Partie entscheiden können, aber wenn es darum geht, als Kollektiv kreativ zu sein, dann kommt uns im Spielaufbau meist ein Lapsus oder individueller Fehler dazwischen." In diesem Zusammenhang findet Michael Taschner, dass ihm eine Mannschaft aus dem vorderen Mittelfeld, wie zum Beispiel am Wochenende der ASV Höchstadt, lieber ist. Zusätzlich fehlen insbesondere auswärts die Punkte. „Die Unterstützung bei den Heimspielen durch die Zuschauer ist groß. Unsere Fans peitschen die Jungs voran, wenn es sein muss", erkennt Michael Taschner hier ein großes Plus.

Michael Taschner selbst spielte gegen Hausen nicht von Beginn an. Nicht weil er sich kürzlich verletzt hat, „dann dürfte ich gar nicht mehr spielen, weil ich schon seit Jahren Rückenprobleme habe", sondern weil er die jungen Spieler einsetzen. will. Das ist durchaus ein Streitthema, denn es gibt natürlich Leute im Verein, die ihn gerne auf dem Feld sehen würden. „Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich einem jungen Spieler erklären muss, dass ein 39-Jähriger noch Auslauf braucht und er stattdessen auf der Bank sitzt", sagt Michael Taschner.
In Bezug auf die Aufstellungen muss er zugeben, dass die eine oder andere falsche Entscheidung getroffen wurde und er nun geerdet worden
sei.

   

So sehen ihn die Leute im Verein am liebsten: in Fußballschuhen auf dem Sportplatz.
Der 39-jährige Michael Taschner ließ zuletzt jüngeren Spielern den Vortritt.

Abstiegskampf als Chance
Anders als die Mannschaften, die in den letzten Wochen nur noch um Platz fünf oder sechs spielen, geht es für Dürrbrunn nun bis zuletzt um den Ligaverbleib. „Jetzt im Training noch irgendwelche Stellschrauben zu drehen, würde die Spieler nur noch narrisch machen. Da werden wir nichts mehr verändern", sagt der Trainer. Dass seine Jungs die Saison nicht einfach ausklingen lassen können, wie die Mittelfeldmannschaften, hält Michael Taschner für eine Chance, dass die Spieler nun einen großen Schritt nach vorne machen können. „Der Druck ist groß und es ist ja grundsätzlich so, dass vor allem die jungen Spieler unter der Situation im Abstiegskampf leiden. Das ist aber auch der Moment, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Wer es jetzt schafft, seine Leistung abzurufen, macht zwei Schritte nach vorn. Die Jungs haben jetzt die Chance zu reifen."

Rechenschieber noch nicht in Betrieb
Auswendig kennt Michael Taschner das Restprogramm aller Abstiegskämpfer nicht. „Den Rechenschieber holen wir erst zwei Spieltage vor Schluss raus, wenn es dann wirklich darum geht, wer gegen wen spielt." Jetzt geht es noch darum, die Ausgangslage zu verbessern. „Ich ziehe den Hut vor meinen Jungs, was den Trainingseifer und die Einstellung betrifft. Nur mit der Spielweise gegen Hausen und auch schon gegen Willersdorf war ich nicht einverstanden." Die SpVgg Dürrbrunn spielt nach Höchstadt noch gegen die direkten Konkurrenten aus Weilersbach, Hetzles und Schlaifhausen, ehe es am letzten Spieltag gegen den SV Poxdorf geht. Das Team von Michael Taschner hat noch alles selbst in der Hand und 25 Punkte auf dem Konto. „Unsere Ausgangslage ist sicherlich nicht die
schlechteste!"

 

 

 

 

 

 

Michael Taschner glaubt fest an den Klassenerhalt. Er lobt die Einstellung seiner Jungs, auch wenn das vergangene Spiel in Hausen daneben ging.

anpfiff.info